Guédelon. Sie bauen eine Burg

Gestern entdeckte ich ein Projekt im Internet, welches ich mehr als faszinierend finde. Ich liebe alte mittelalterliche Bauwerke und möchte beim Besuch beipielsweise einer der vielen pfälzischen Burgen förmlich die Geschichte der Bauwerke versuchen zu fühlen (zugegebenermaßen etwas pathetisch formuliert :)). So mancher zeigte mir da in Gedanken schon den Vogel, wenn ich eine 1000-jährige Wand oder eine ebenso alte, abgetretene Sandsteinstufe eine Minute lang befühlte :-). Gleiches gilt natürlich für schöne historische Fachwerkhäuser.

Des öfternen bestaunte ich in Gedanken die Arbeit dieser alten Baumeister, überlegte wie sie wohl die riesigen Steinblöcke an ihre angestammte Position verbracht haben. Alles blieb aber immer graue Gedankentheorie.

Jetzt kann man solch ein Projekt quasi live in der Entstehung verfolgen. Für mich war es undenkbar, ein solches Projekt heutzutage umzusetzen. Aber es geht. Anscheinend. Worum geht es eigentlich, möchten Sie jetzt wissen. Kurz versuche ich es zu umreißen:

Im französischen Burgund, auf der verrücktesten Baustelle der Welt, entsteht die Burg Guédelon. 50 Menschen bauen dort im Wald eine echte Ritterburg unter Anwendung des durch Philipp II. August eingeführten Architektur-Kanons des 12. und 13. Jahrhunderts. Streng nach den Regeln der mittelalterlichen Handwerkskunst. Kein Strom, kein Bagger und ohne Bohrmaschine. Gebaut wird nur mit den Gegebenheiten des 13. Jahrhunderts. Ein wahres archäologisches Experiment. Seit 1997 wird gebaut und voraussichtlich soll Guédelon 2025 fertiggestellt sein.

Leider war ich selbst noch nicht dort (habe ja gerstern erst vom Projekt erfahren :-)). Aber das muss ich unbedingt sehen und wollte diese Info auch gleich hier im Blog mitteilen.

Hier erfährt man alles zur Baustelle, zum Projekt und die wissenschaftlichen Hintergründe.

http://www.guedelon.fr/de/

Bildquelle Bild rechts: Ph. C. Guérard

2 Kommentare zu “Guédelon. Sie bauen eine BurgKommentar verfassen →

  1. Nachdem ich von Guedelon erfahren habe, bin ich sofort dorthin gefahren. Super Klasse. Die ganze Gegend stömt den Duft vergangener Zeiten aus. Im Sommer 2010 schien es, als wenn die Bauarbeiten etwas vor dem Zeitplan liegen. Die Arbeiter sind sehr auskunftsfreundlich, auf französisch oder englisch. Der Bauplatz ist perfekt gewählt. Wald, Steinbruch, Lehm, Kalk, alles vor Ort. Man müsste eigentlich jedes Jahr hinfahren.
    Gruß an alle Bauschaffenden

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