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Jan

Schwelle im Hof untermauern

2009 um 21:55 Uhr Icon Feather von Darien Pfirrmann

5. Juli 2008. Ein brütend heißer Samstag. Die Untermauerung der frisch eingebauten Schwelle stand an. Die hierzu verwendeten Sandsteine ergatterten wir aus einem der ältesten Häuser (ca. 1740) eines Nachbarortes, da dieses leider nicht restaurativ renoviert wurde und dadurch Tonnen von sehr hartem, wunderschönem gelben Sandstein nicht mehr gebraucht wurden. Über meinen Onkel habe ich davon erfahren. Wir haben dem Besitzer einen Tag lang beim Aufschlagen seines neuen Dachstuhles geholfen und erhielten im Gegenzug die Steine. Wir konnten gar nicht alle angebotenen Steine mitnehmen.

Vermauert haben wir die Steine ausschließlich mit hochhydraulischem Trasskalk-Mörtel ohne jegliche Zementzusätze. Der Mörtel ist diffusionsoffen und härtet im Vergleich zu reinem Kalk durch die Zugabe von Trass viel schneller aus.

In diesem Zusammenhang erscheint es noch wichtig, zu erwähnen, dass unbedingt eine Horizontalsperre, z.B. in Form von besandeter Dachpappe, eingezogen werden muss, um aufsteigender Feuchtigkeit und Spritzwasser entgegen zu wirken. Dabei ist unabdingbar, die Sperre niemals direkt unter dem Holz einzubauen (wie es immer noch viel zu oft gemacht wird), da ein Feuchtestau enstehen könnte und die neue Schwelle schneller verrottet als je zuvor. Von unten kann sicherlich keine Feuchtigkeit mehr ins Holz. Wasser, welches aber von oben kommt, gelangt auf die Dachpappe und kann dort kaum noch abtrocknen, da die Dachpappe ja absolut sperrend wirkt. D.h., die Feuchtigkeit liegt dauerhaft am Holz und trägt so zu dessen schnelleren Verrottung bei.

Richtig ist es hingegen, die Horizontalsperre ein bis zwei Mauerschichten unterhalb der Schwelle einzubringen. Die Schwelle selbst liegt in einem Mörtelbett direkt auf dem Sandstein. Kommt hier Feuchtigkeit hinein, geben der Sandstein und der Kalkmörtel diese durch ihre diffusionsoffenen Materialeigenschaften sehr schnell wieder an die Umgebung ab. Das Holz trocknet sehr schnell wieder aus und ist so konstruktiv geschützt.

Normalerweise hätten wir die Oberkante des Sandsteinsockels bis ca. 1cm unter die Schwelle noch abschrägen müssen, um den Ablauf des Regenwassers zu beschleunigen und vom Holz wegzuführen. Jedoch haben wir auch bei starkem Regen beobachtet, dass diese gen Süden ausgerichtete Seite des Hauses so gut wie gar nicht nass wird. Also entschlossen wir uns zu Gunsten der Optik und gegen den konstruktiven Holschutz, die Wand so ursprünglich zu belassen.

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