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Jan

Fachwerkausmauerung Hofseite

2009 um 00:17 Uhr Icon Feather von Darien Pfirrmann

Doch etwas schneller als erwartet waren die Holzarbeiten fertig, was uns in die Lage versetzte, die noch warmen Tage des sich neigenden Monats August zur Ausmauerung auszunutzen. Unter der Woche versah ich nach Feierabend die Balken mit den Dreiecksleisten, um die Gefachefüllung vor dem Herausfallen zu sichern. Hierzu bedienten wir uns der mit dem sägerauhen Holz für unsere Decke gelieferten Setzhölzchen. Die hatten die passenden Dimensionen von ca. 20x15mm. Deren Profil wurde mit der Säge grob vom Rechteck zum Dreieck verwandelt und so konnten sie perfekt ihren Zweck in den Gefachen erfüllen. Sicher wäre es noch besser gewesen, Leisten aus Eichenholz zu verwenden. Da aber hier kaum Wetter und Witterung anliegt, entschlossen wir uns dazu, dass das Weichholz auch seinen Dienst tun würde. Befestigt werden müssen die Leisten unbedingt mit verzinkten Nägeln, um ein Abrosten derselben in der Wand zu verhindern (wie das bei normalen Stahlnägeln nach relativ wenigen Jahren der Fall sein und sich die Gefachefüllung lockern könnte).

Nachdem alle Leisten angebracht waren, konnte es losgehen. Die Leichtlehmsteine und der Leichtlehm-Mauermörtel waren längst geliefert worden. Wohl an. Noch nie hatten wir mit Lehmsteinen gearbeitet, weshalb wir sehr gespannt waren, wie sich diese verarbeiten ließen. Die Steine wurden in einen Eimer Wasser getaucht und dann direkt vermauert, um so die Mauerfestigkeit zu erhöhen. Schneiden konnte man sie wunderbar mit einer Porenbetonsäge.

Da die Wand zukünftig mit einem Kalkaußenputz versehen wird, haben wir die Fugen ca. einen halben Zentimeter tief eckig ausgekratzt, um dem Kalkputz den nötigen Halt auf dem Lehm zu verschaffen. Denn Kalk und Lehm haften nicht chemisch, sondern nur mechanisch aufeinander.

Innerhalb von ca. zwei Wochen war die ganze Wand ausgemauert. In jedem Gefache blieb ein ca. 1 cm hoher Spalt zum darüberliegenden Riegel frei. Dieser wird erst nach dem völligen Austrocknen des Mauerwerks geschlossen. Grund hierfür ist die Materialsetzung. Verliert der Lehm im Zuge der Trocknung Wasser, bedeutet dies auch gleichzeitig ein Volumenverlust. Das Mauerwerk schwindet. Würde man das komplette Gefache in einem Zug komplett ausmauern, würde sich mit Sicherheit während der Trocknung ein immer größerer Spalt bilden, den man schlussendlich nur schwerlich füllen könnte. Wind und Regen hätten somit leichteres Spiel. Lässt man die Wand erst komplett austrocknen und schließt dann die Fuge mit Leichtlehmmörtel, sind nur noch minimale bis keine Setzungen mehr möglich. Die Wand ist nahezu wind- und regendicht (zu 100% gelingt das aber keiner Lehm- bzw. Fachwerkwand).

Die Hofwand war vorerst fertig. Also nichts wie ran an die Entkernung der Straßenseite.

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