24
Jan

Fachwerk Hofseite abbinden

2009 um 21:51 Uhr Icon Feather von Darien Pfirrmann

Es war Anfang Juni und endlich sollten heute die Abbundarbeiten des Fachwerks beginnen. Während den letzten vier Wochen haben wir die Erde entlang des Sandsteinsockels ausgehoben, um die Kabel des Stroms, Telefons und Kabelfernsehens in den Keller zu führen. Die Übergabepunkte von Fernsehen und Telefon waren bisher an der Hofschwelle am Fachwerk befestigt. Das gefiel uns gar nicht. Also ab damit unter die Erde.

In einem vorherigen Bericht erwähnte ich den Stromverteiler- und Sicherungskasten, der mitten im Wohnzimmer stand. Diesen haben wir komplett abgerissen, um a.) Platz zu gewinnen und b.) den Hauptstromanschluss aus dem Wohnbereich zu verbannen. Mit allen zuständigen Firmen wurde ein zeitnaher Termin vereinbart, da die ganze Hofseite am Sandsteinsockel bis zum Sandsteinfundament ca. 1 m unter der Erde von uns aufgegraben wurde und folglich offen stand. Sollte es stark regnen, würde uns das ganze Regenwasser durch das bereits geöffnete Loch des Kabeldurchlasses im Sandseteinfundament in den Keller laufen. Telekom und Pfalzwerke waren sehr schnell zur Stelle und alles verlief wunderbar. Aaaaber Kabel Deutschland. Mein lieber Mann, welch ein Verein. Wochenlang war diese Firma nicht fähig, einen Mitarbeiter abzustellen, der das Kabel 4m verlängert und im Keller den ÜP anschließt. Es passierte, was passieren musste. Der starke Regen kam und wir hatten trotz Abdeckung der Grube drei Zentimenter hoch den Dreck im Keller stehen. Toll gemacht Kabel Deutschland. Dann haute ich aber mal anständig auf den Putz und siehe da, es hatte anscheinend geholfen. Zwei Tage später war die Firma dann an der Baustelle. Der gute Mann brauchte ca. 20 min. und die Sache war erledigt.

Da das Fundament sowieso schon freilag, zogen wir noch eine Noppenbahn ein, damit das Erdreich nach dem erneuten Verfüllen nicht wieder direkt am Sandstein anliegt und somit keine Feuchtigkeit mehr (oder zumindest sehr viel weniger) direkt ins Mauerwerk ziehen kann. Nachdem alle Arbeiten erledigt waren, füllten wir die Grube schnell wieder auf.

Zurück zu den Holzarbeiten. Zuerst wurden die zu verwendenden Balken sorgfältigst ausgesucht. Aus den vielen, die vom Rückbau des Hauses in Kandel stammen, war dies kein ganz so leichtes Unterfangen. Vor allem musste der ganze Haufen Holz einmal “durchwühlt” werden, um an den richtigen Balken für die Schwelle zu kommen. Der war aber recht schnell gefunden. Wir wählten auf anraten von Frank Seußler ein leicht gekrümmtes Holz, da das Haus dadurch einen rustikaleren Charakter bekäme. Recht hatte er, wie sich später herausstellen sollte. Mehrere Hölzer hielten wir testweise vor die alte Schwelle ans Haus, um zumindest einen ungefähren Eindruck von deren Wirkung zu bekommen. Zwei Dachsparren wurden ausgewählt, um aus diesen die Riegel zu fertigen.

Frank bearbeitete nach dem Auslegen des Holzes im Hof die ersten Balken. Ich schaute einfach nur mal zu. Recht schnell versetzte er mich in die Lage, ebenfalls mit Stickaxt, Stemmeisen und Klopfholz einigermaßen sinnvoll zu arbeiten, so dass mein erster Zapfen bald erstellt war. Und der passte sogar in sein Gegenstück, das Zapfenloch. Am Abend hatten wir den größten Teil des Fachwerks der Hofseite abgebunden und mit neuen Bundzeichen versehen.

Die Ständer waren alle mit einem für das Holz sehr schlechten Acryllack gestrichen worden. Der musste natürlich runter. Ein umweltfreundlicher und vor allem CKW-freier Abbeizer stand uns bereits zur Verfügung. Von meinem Onkel konnte ich einen Heißwasser-Dampfstrahler bekommen, um das Holz porentief zu reinigen. Lesen Sie hierzu bitte den nächsten Bericht.

Galerie zum Artikel

Icon CommentKeine Kommentare vorhanden | Icon Feather Kommentar schreiben

Seien Sie der erste Kommentator.






* = Pflichtfelder

image image image image image