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Jan

Die Decke schließt sich

2009 um 23:20 Uhr Icon Feather von Darien Pfirrmann

Die noch fehlenden Deckenbalkenstücke über dem WC wurden ebenfalls mit einem Blatt versehen. Da ca. vier Meter lange Eichenbalken recht schwer sind und wir diese mehrere Male zur Anpassung ein- und wieder ausbauen mussten, trat die eine oder andere Schweißperle wieder einmal schnell auf unsere Stirn. Nachdem sie in ihre endgültige Position verbracht worden sind, haben wir durch jede Verblattung hindurch zwei Löcher gebohrt, in die die Holznägel zur Arretierung der Balken eingeschlagen werden sollten. Schnell wurden die Nägel hergestellt, um die nötige Zugfestigkeit des gesamten Balkens wieder einigermaßen zu erreichen.

Das sägerauhe und unbehandelte Holz wurde zwischenzeitlich vom Holzgroßhandel geliefert, so dass wir umgehend begannen, die Zwischenräume der Deckenbalken wieder zu schließen. Die Bretter wurden mit der Zugsäge auf die benötigte Länge gekürzt und beidseitig grob angespitzt. Mit einem schwereren Hammer trieben wir die Holzstücke in die Nuten der Deckenbalken. Diese hatten nun endlich wieder eine Funktion.

Als die ersten Reihen komplett geschlossen waren, machten wir sogleich den Belastungstest auf dem Dachboden. Das 24mm starke Kieferholz verrichtete mehr als zuverlässig seinen Dienst. Die Decke samt der nun wieder geschlossenen Zwischenräume war voll belastbar. Schöne Arbeit und relativ schnell zu bewerkstelligen. Bei einigen Balken, bei denen früher die Nut nicht beraucht wurde (denn die Zimmermänner zu jener Zeit sparten jeden Zentimeter Nute, den sie in das harte Eichenholz hauen mussten, wenn er nicht unbedingt erforderlich war), mussten die Nuten noch geschlagen werden. Zum Beispiel an der Stelle, wo früher die Treppe zum Dachgeschoss emporstieg. Der ein oder andere Schlag ging vom vielen Überkopfarbeiten auf die Finger. Das war das lästigste an der ganzen Angelegenheit. Aber da ist man ja letztenendes selbst schuld. Die Decke war bis auf eine Reihe komplett geschlossen. Zur Strassenseite hin und an den Wänden blieben ca. 20cm frei, da hier noch die Unterkonstruktion, die später auf die Fachwerkbalken der Wände angeschraubt wird (hier wird der Korkleichtlehm zur Wärmedämmung eingefüllt), durch die Decke schießt.

Das Wetter wurde immer freundlicher. Also war es langsam an der Zeit, mit der Entkernung des eigentlichen Fachwerks zu beginnen. Lesen Sie hierzu den nächsten Artikel.

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